Gambia, the smiling coast! Insidertipss zum reisen, leben und arbeiten in Gambia.

Von der Reise wurde ich in fast jeder Hinsicht sehr angenehm überrascht und das mit der “Lächelnden Küste” ist tatsächlich so. Update Oktober 2018

Nach einigen negativen Berichten bzw. Stimmen, von denen mir aber im Grunde vorab klar war, dass diese mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der Realität wenig zu tun haben würden, und einigen Beiträgen, die das krasse Gegenteil berichteten, war ich total gespannt auf das, was mich erwarten würde.

Wie meistens liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Allerdings mit deutlichen Vorteilen in Richtung der positiven Stimmen.

Die Menschen sind unglaublich nett, das Essen ist überraschend gut und der Urlaub gestaltete sich alles in allem recht stressfrei.

Dass es sich bei Gambia eben doch um Afrika und die dritte Welt handelt, habe ich trotzdem immer bewusst im Hinterkopf behalten.

 

Noch ist Gambia in Sachen Tourismus und als Geschäftsstandort ein Geheimtipp. Das wird sich in der kommenden Zeit vermutlich schnell ändern.
Das kleine Land in Westafrika mit knapp 2 Millionen Einwohnern wird als neue Konkurrenz von Urlaubsparadiesen wie den Kanaren, Kapverden und der Karibik gehandelt. Doch warum ist das so?

 

Ausgezeichnetes Klima

Das Klima ist traumhaft und vergleichbar mit Costa Rica, den Seychellen oder Thailand mit einer durchschnittlichen Temperatur von 29 Grad Celsius. Vor allem in der Trockenzeit zwischen Oktober und Juni kommen die meisten Besucher. Das Wetter in Gambia zählt zu den für Europäer angenehmsten in Westafrika.

Gambia Beach 2 Gambia Beach

Gambia Beach 3 Gambia Beach 4

 

17 % der Wirtschaftsleistung stammen aus dem Tourismus

Tendenz steigend! Aktuell gibt es ca. 25 Hotels und Lodges. Darunter gleich 2 mal das renommierte Sheraton. Trotzdem sind 25 Hotels immer noch eine sehr geringe Anzahl und das Potential ist riesig.

 

Schnelle Erreichbarkeit

Banjul Flughafen Immigration Banjul
Gambia ist leicht erreichbar. Je nachdem, von wo Ihr abfliegt, dauert es gerade einmal in 6-8 Stunden in die Hauptstadt Banjul. Die Preise sind sehr moderat, das nicht nur bei den Flugtickets…

Geflogen bin ich mit Brussels Airlines (Star Alliance) von Frankfurt via Brüssel nach Banjul. Ich kann die Fluggesellschaft nur empfehlen, das Preis- Leistungsverhältnis ist super. Neuer Airbus, guter Sitzabstand (ich bin selber eher groß), Essen OK , sehr guter Service.

Ein Highlight ist, man kann ZWEI Gepäckstücke á 23 kg = 46 kg Gepäck einchecken, zusätzlich zum. Allerdings darf jedes Gepäckstück, welches man eincheckt, nicht schwerer als diese 23 kg sein, Kulanzbreite ist 1 kg. Die Wartezeiten in Brüssel sind moderat. Gekostet hat der Flug incl. des Zubringerfluges mit Lufthansa komplett 702 €, wovon das meiste Steuern und Gebühren sind. Ich würde jederzeit wieder mit den Belgiern fliegen.

Wer noch etwas Geld sparen muss oder will kann auf Schnäppchenangebote bei Vueling Airlines achten und je nach Saison bis zu 200,- € sparen. Die Gepäckhandhabung ist allerdings nicht so großzügig und die Umsteigezeiten können problematisch knapp sein.

Condor fliegt Non-Stop ab Frankfurt, allerdings nur während unseres Winterhalbjahres (Hochsaison in Gambia). Preise sehr unterschiedlich, einfach mal schauen. UPDATE: Condor fliegt seit Frühjahr 2015 nicht mehr nach Gambia

Für deutsche Staatsbürger besteht keine Visapflicht. Das Visa wird “on arrival”, also bei der Einreise am Immigration Counter, kostenlos per Stempel in den Pass für 28 Tage erteilt. Das Visum kann problemlos auch für längere Zeiträume verlängert werden. Schweizer und Österreicher müssen sich im Voraus ein Visum bei der Botschaft besorgen. Es gibt diverse Visa-Agenturen die hierfür ihre Hilfe anbieten. Da die Bestimmungen scheinbar häufig wechseln unbedingt vorher die aktuellen Einreisebestimmungen abklären!

Nutzt unbedingt vor der Reise die offiziellen Seiten Eures Landes. Aktuelle Hinweise und Änderungen können relevant sein.
In Deutschland gibt es dafür das Auswärtige Amt, in Österreich ist das Außenministerium zuständig, Schweizer werden z.B. hier fündig.

Die üblichen Formulare werden schon im Flugzeug verteilt. Während des Fluges kann man die in Ruhe ausfüllen und nach der Landung am Immigration Schalter abgeben. Bei der Immigration geht es relativ fix zu.

Im Flughafen gibt es Wechselstuben, der Kurs ist eher schlecht. Wechselt nur das nötigste für die Taxifahrt. Die Fahrt vom Flughafen zum Hotel, z.B. nach Kololi, Senegambia Strip kostet 600,- Dalasi (etwa 28 € für 30 Minuten Taxifahrt).

 

Hier ein paar Hoteltipps:

The Oasis Apartments
P.O. Box 602 Banjul, The Gambia, West Africa
Tel: (220) 4466627 /28/29
Fax: (220) 4466623
http://www.theoasis.gm

TheOasisAppartment TheOasisAppartement3

TheOasisAppartment2

Große, saubere, freundliche und relativ gut eingerichtete Apartments in zentraler Lage in der Nähe des Senegambia Strips (Nachtleben). Großes, bequemes Bett. Zwei Klimaanlagen. Bad zweckmäßig. KEIN Zimmersafe, auch keine Safes an der Rezeption. Kleiner, ältlicher TV mit wenigen Programmen. Internet im Zimmer gegen Bezahlung.
Der Balkon ist vernachlässigbar, da dort die beiden Aircons stehen und den Balkon durch die geschlossene Bauweise zu einem Backofen machen, der zusätzliche Hitze durch die große Glasschiebetür ins Zimmer strahlt. Das Haus liegt an der Hauptstraße, es gibt Verkehrslärm.
Ganz netter Pool in einer übersichtlichen Außenanlage.
Die Zimmerpreise bei tageweiser Buchung sind happig, deutlich besser fährt man, wenn man das Apartment monatsweise mieten kann. Das dürfte sich schon ab etwa 14 Tagen gut rechnen. Der Strom kommt in dem Fall noch hinzu, ebenso das Reinigen des Zimmers. Rechnet mit ca. 3 €/Tag für den Strom (eigener Zähler). Das tägliche Reinigen des Zimmers kostete ca. 1 €/Tag, und das inclusive des Waschens Eurer persönlichen Kleidung, was ebenfalls von der Room Maid übernommen wurde. Gebt etwas Tip, die Mädels verdienen einen Hungerlohn und können es wirklich gut zum (Über-) Leben gebrauchen.
Etwas Besseres dürfte man kaum finden, wenn man zentral wohnen will, zumal zu dem Preis. Das Preis- Leistungsverhältnis ist top.

 

Senegambia Beach Hotel
Serekunda, Banjul, The Gambia, West Africa
Tel: (220) 446-18-89 446-27-17 200-03-42
Fax: (220) 446-38-11
http://www.senegambihotel.com

Senegambia Beach Hotel Senegambia Beach Hotel 2

Senegambia Beach Hotel 3

Hier würde ich für einen ruhigen Beachurlaub in trotzdem zentraler Lage mit Anschluss an die Bar- und Nachtszene einziehen. Die Anlage ist sehr weitläufig, sehr grün und sehr ruhig, mit vielen Tieren wie Geiern (keine Bange) und Affen, die man besser nicht füttern sollte. Es gibt über 300 Zimmer. Zwei große Pools, der direkt am Beach liegende gefällt mir besonders, der andere innerhalb der Anlage ist dafür ruhiger.

Zimmersafes und Ventilatoren in allen Zimmern vorhanden (Aircon natürlich sowieso). Das Hotel liegt optimal zum Nightlife direkt am Ende des Senegambia Strips, wo sich alles abspielt. Und natürlich direkt am Strand.

Die Preise für die Zimmer und Suiten liegen momentan bei 2300 – 4000 Dalasi mit Frühstück, nur Übernachtung buchen geht nicht. Die Suite als Doppel für zwei Personen 4000 (ansonsten ca. 800 Dalasi /Nacht = 40 €). Monatspreise haben sie nicht direkt, aber man kann was aushandeln mit dem Manager. Ich denke 20% sollten mindestens drin sein, immer noch ganz schön teuer – zu teuer, also besser als Pauschalreise buchen. Z.B bei Opodo (bzw. Meiers Weltreisen) gibt es 28 Tage im Standardzimmer mit Frühstück für ~ 2000 €, und zwar incl. Flug. Kommt sicher auch auf die Jahreszeit/Saison an.

 

Calabash Residence
Palma Rima Road, Box 201 Banjul, The Gambia, West Africa
Tel: (220) 4462293
Mobile: 7776600
http://calabashresidence.gm/

Calabash Residence calabash residence calabash residence 2

Gepflegte Anlage, die etwas ruhiger und trotzdem in Strandnähe liegt, jedoch nicht zu weit weg vom Nachtleben.

Das “Ein Bett Apartment” macht richtig was her, Balkon, Küche, es ist viel größer alles. Kostet allerdings 325 engl. Pfund die Woche. Das kleinere Studio nur 225.

Die Wäsche macht die Putzfrau, wenn ich ihr etwas gebe, das scheint hier überall üblich. Die Lage ist nicht schlecht, jedoch etwas weiter weg, wenn man zum Senegambia Strip will. Aber für 50 Dalasi auch nachts mit dem Taxi (stehen auch nachts in Steinwurfweite) schnell zu machen. Dafür ist es hier wirklich schön ruhig.
Zum Strand kann man spucken. Gleich nebenan Restaurants und die Bars “Churchill’s und “Bucarabu”.
Das Haus und die Leute machen insgesamt einen sehr guten Eindruck

 

Tax Holidays und großzügige Vergünstigungen für Startups vor Ort

Gambia ist in Sachen Steuern ein Traum für Investoren. Ansässige Unternehmen erwartet bei Investitionen die komplette Befreiung von nahezu allen Steuern für die ersten 5 Jahre und vergünstigte Steuern für die Zeit danach (abhängig von der Branche).

 

Neue Freihandelszonen, steuerfreie Firmen und Lizenzen im Finanz- und Glückspielbereich

“Vision 2020” heißt das vom Präsidenten ins Leben gerufene Programm zum Ausbau Gambias als Outsourcing- und Offshore-Zentrum. Traditionell ist Gambia ein Handelsstandpunkt und hat jetzt schon Re-Exportqutoten von ca. 70 %. Ähnlich wie viele karibische Staaten. Wie Dubai und Hongkong möchte auch Gambia den Handel ankurbeln, Finanzunternehmen anziehen und Firmen im Dienstleistungsbereich etablieren (ergo Jobs schaffen). Seit 2013 ist es nirgends auf der Welt schneller, günstiger und einfacher eine von Buchhaltung und allen Steuern befreite Firma zu gründen oder Lizenzen im Finanz- oder Glückspielbereich zu erhalten. Das gilt nicht nur in der Freihandelszone. Auch “Tax Resident Companies” können sich von Steuern befreien lassen, sofern ein Großteil der Einnahmen aus dem Ausland stammt.

 

Bargeld in Gambia

Bargeld in Gambia
Die Beschaffung von Bargeld ist wichtig und dermaßen anders als in anderen Ländern, dass ich dem ein eigenes Kapitel widme. Wenn etwas nervt in Gambia, dann die Sache mit dem Cash. Es geht damit los, dass die größte Banknote 100 Dalasi ist, das sind je nach Kurs 2 – 2,50 €. Wenn man z.B. sein Hotel bezahlt (nur die großen Hotels akzeptieren etwas anderes als Cash), rennt man mit fetten Geldbündeln durch die Gegend. Außerdem sind die Scheine fast alle bis zur Unkenntlichkeit alt, abgegriffen und vor allem schmutzig, und entsprechend riechen sie auch.

 

 

Bargeld in Gambia 2

Dann mal dazu, wie man am besten zu Dalasi kommt. Ein weites Thema. Umständlich: es wird fast ausnahmslos nur die Visa Kreditkarte akzeptiert, das gilt an den Geldautomaten ebenso wie in der Bank selbst. Außerhalb von Bargeldbezug ist die Kartenakzeptanz sowieso fast null, und wenn, nur Visa. Man bekommt auch mit einer „normalen“ Bankkarte nirgends Geld.

 

 

 

ATM Gambia

Es gibt ATMs, der höchste Betrag, den man mit einer Abhebung erhalten kann, ist 3000 Dalasi (60 – 75 €). Das ist z.B. bei der GTBank der Fall, schräg gegenüber dem Oasis Complex bzw. des Apartment Plaza. Dort gibt es einen ATM im Außenbereich, man steht in der prallen Sonne. Ein paar Meter weiter haben sie aber ein extra Gebäude, voll klimatisiert und mit Wachpersonal, dort stehen etwa 6 oder 8 weitere Geldautomaten. Je nach Kartenlimit kann man dort mehrmals hintereinander ziehen, ich habe es bis zu 10 Mal hintereinander gemacht, bis mein Monatslimit zufällig erschöpft war. Das kostet natürlich jedes Mal Gebühren, also pro Abhebung! Dann hat man u.U. plötzlich ein kurzes Hemd. Also am besten zwei Visa Cards mitnehmen und zusätzlich Cash Reserve.

Ich bin mit der Visa zusätzlich in die Bank gegangen und habe mir unter Vorlage meines Reisepasses Geld auszahlen lassen. Ich dachte, das sei billiger, leider ein Trugschluss. Sie berechnen satte 5% Gebühren.

Die nächste Stolperfalle ist der Wechselkurs. Über die Kreditkarte ist er richtig mies, rechnet man die Abhebungsgebühren hinzu, oft werden dazu noch 1% für den Einsatz im Ausland berechnet, ist es unterm Strich und Pi mal Daumen etwa 20% (!!!) teurer, Geld mit der Karte zu besorgen, als Bargeld zu wechseln.

Der Wechselkurs in den Wechselstuben am Strip, überall prangt das Logo von Western Union von den Wänden, ist der beste. Zu meiner Zeit war er zunächst 4800, später 5000 für 100 €. Man kann in den Wechselstuben noch zusätzlich etwas herausschlagen, indem man handelt (100-200 Dalasi/100 €). Über die Kreditkarten (ich habe auch noch eine Prepaid Visa, die war NOCH schlechter) habe ich in etwa nur 4000 bekommen. Bitte auch nicht in der Bank selbst cash wechseln, die geben einem auch einen grottenschlechten Kurs.

Was also tun? Ich bin generell kein Freund von großen Bargeldsummen, das ist mir einfach zu gefährlich, insbesondere in Afrika. Zumal keins der Hotels zuverlässige Safes hat, geschweige denn mit Nummerncode, wie z.B. in Thailand oder auf den Philippinen weit verbreitet. Jedoch würde ich nun einen etwas größeren Bargeldbetrag riskieren, nach der Ankunft gleich das Hotel bezahlen, dann ist der Batzen und dieses Risiko schon mal weg. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie hoch das Risiko ist, welches einzugehen er bereit ist. Ich rate davon ab, ausschließlich Bargeld mitzunehmen, mindestens sollte man zwei Visa Karten in Reserve haben. Oder jemanden Zuhause, der einem zuverlässig mit Western Union Geld schickt, im Fall der Fälle. Ohne Geld in Gambia zu sitzen macht nicht wirklich Spaß, und die klauen da wie die Raben, wenn sie irgendwie die Chance bekommen. Also bitte vorher überlegen, was ihr macht.

Western Union ist übrigens KEINE Alternative, außer im Notfall, denn auch hier dürfte der Verlust gegenüber Cash wegen des schlechten Wechselkurses und der anfallenden Gebühren bei ~20% liegen.

Man sollte sich ggf. damit anfreunden, eine Mischkalkulation anzustellen: Guter Kurs für das gewechselte Bargeld + schlechter Kurs am ATM = 10 % schlechterer Wechselkurs insgesamt, wenn man Cash und Kreditkarte zu gleichen Teilen benutzt. Ich denke, das geht noch, die Preise sind dafür ja allgemeinhin relativ günstig.

Tipp: Bei den Kreditkarten gibt es eine Alternative, die man vor allem in Gambia (aber nicht nur) fast schon als Pflicht ansehen sollte: es ist die DKB Visa Karte. Bei ihr fallen nicht nur intern keinerlei Gebühren für die Abhebungen an, es werden löblicherweise sogar auch noch die Gebühren erstattet, die evtl. bei den ATMs anfallen. Dazu muss man nur die Belege sammeln und einreichen. Das ist die mit Abstand günstigste Möglichkeit, Geld zu ziehen, bei gleichzeitig gegebener Sicherheit.
Lohnt sich wirklich.

Bargeld in Gambia 3

Ich „portioniere“ die fetten Geldscheinbündel zu kleineren á 2000 Dalasi, um Geld passend griffbereit zu haben und nicht erst lange zählen zu müssen, wenn ich es brauche. Dazu haben mir Gummiringe gute Dienste geleistet. (Nehmt bloß Gummiringe mit, Freunde…) Man beachte das nasse Papiertaschentuch: dass Geld nicht stinkt, ist bekanntermaßen nur ein Gerücht, dass es auch entsprechend schmeckt, erfährt man sofort, wenn man sich den Zeigefinger zum Zählen ableckt. Das macht man nur ein Mal…

Ich würde mich eh nicht auf nur eine Karte verlassen. Das Dumme ist nur, es müssen dann eben schon mindestens 2 VISA Karten sein, da auch unsere „normalen“ Bankkarten nirgendwo akzeptiert werden. Wer nur eine VISA hat und die verliert, oder sie Probleme macht (ja, gibt es alles), hat zumindest erst mal ein fettes Problem.

 

Quasi jeder Einwohner von Gambia spricht Englisch

Gambia war lange Zeit Kolonialgebiet vom Britischen Königreich. Es wurden neben der Sprache auch ein Großteil der damals installierten Gesetze und Organe übernommen, sodass die amtlichen Gesetze mit denen in England vergleichbar sind. Nur aufgrund der enormen Sprachaffinität zum Englischen sind die Chancen international Dienstleistungen anzubieten sehr groß.

 

Meiner Meinung nach hat Gambia die Grundlagen für ein noch schnelleres Wachstum geschaffen und die Weichen für die Zukunft richtig gestellt. Aufgrund der guten Erreichbarkeit (man ist kaum schneller in tropischen Gefilden) ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Gambia von den smarten Unternehmern, den Globetrottern und Auswanderern entdeckt wird. Das Gehalt liegt im wirtschaftlichen Zentrum durchschnittlich bei 2 bis 3 € pro Werktag. Gut ausgebildete Absolventen der Universität bekommt man für ca. 100 € pro Monat.

Zudem, entschuldigt bitte die forsche Ausdrucksweise, kotzt mich die Diskriminierung eines ganzen Kontinents gewaltig an. Ganze Industrien im gesamten Afrika, z.B. Textil, Zucker, Landwirtschaft, etc., haben durch Subventionen der reichen Länder keine Chance profitabel arbeiten zu können.
Zu den guten und schlechten Seiten der EU und der USA kommen natürlich noch Probleme im eigenen Land, sodass die Bewohner schlichtweg nicht auch nur annähernd die gleichen Chancen haben, wie wir hier im deutschsprachigen Raum.

Eine weitere Motivation liegt also definitv darin etwas Gutes zu tun und so wenigstens das Leben einiger Menschen besser und einfacher zu machen.

 

Bumsters

Bumpster
“Bumsters” ist ein “böses” Wort, das wird allgemeinhin als Schimpfwort verstanden. Es bezeichnet die Sorte Kollegen, die mehr oder weniger aggressiv versuchen, sich an Touristen heranzumachen, um ihnen beide Ohren abzukauen und vor allem ihnen etwas zu verkaufen, ihre Dienstleistungen anzubieten oder eben auch mal was zu schnorren.

Ich möchte mal eine Lanze für diese Leute brechen. Klar gibt’s auch Assholes unter ihnen. Ich denke aber, das sollte man grundsätzlich nicht allzu eng sehen. Erstens ist Gambia ein sehr armes Land und die Leute haben außer dem Tourismus kaum Möglichkeiten, irgendwie Geld zu verdienen. Jeder muss sehen, wo er bleibt, von nichts kommt nichts, also versuchen sie afrikalike mit irgendeiner Masche an Geld zu kommen.

Die gambischen Kollegen sind relativ harmlos und wenig hartnäckig, wenn man sie z.B. mit denen in Kenia vergleicht. Ein “No!” wird dann doch irgendwann akzeptiert. Man muss den Leuten gar nicht unfreundlich begegnen. Freilich ist man als Neuling dort das bevorzugte Ziel eines jeden Bumsters, nach ein paar Tagen gibt sich das. Allerdings hilft oft nur hartnäckiges ignorieren, ausgestreckte Hände nicht ergreifen, sonst hat man den Kollegen an der Backe.

Die Bumster treten eigentlich nur am Strip auf und am Beach, jedoch ist es auch hier nicht so schlimm, wohl auch durch die ständige Polizeipräsenz. Die Polizei ist in der Vergangenheit schon gelegentlich gegen die Leute vorgegangen, sie wurden eingesammelt und zu irgendwelchen Arbeiten verdonnert.

Auch gibt es gewaltige Unterschiede bei ihnen. Von völlig abgerissen, bekifft und runtergekommen bis zu ordentlich aussehend und mit freundlichem, klarem Blick. Wie gesagt, einfach freundlich bleiben, notfalls “please accept my no” oder so was sagen, und/oder einfach stehen lassen. Man kann das ruhig sicher vortragen, je sicherer man im Auftreten ist, desto besser.

Gelegentlich habe ich auch die Dienste von Bumstern angenommen, als Guide für eine Fototour, oder mal am Anfang, als mir der Kollege gezeigt hat, wo ich die Sim Card fürs Mobil kaufen kann. Klar hätte ich das auch allein gekonnt, so hab ich ihm halt einen 100er gegeben, weil er sagte, er habe Hunger. Ist doch nicht die Welt und die Wahrscheinlichkeit, dass er wirklich Hunger hatte, war durchaus gegeben.

Was ich nicht verstehe sind die Leute, die gleich die Nase rümpfen und von “Pöbel”, “Pack” oder “Abschaum” reden. Das trifft es nicht, die Leute versuchen nur zu überleben. Möchte manchen von uns sehen, wenn er in deren Situation wäre… ziemlich arrogant so was.

Übrigens, dem Kollegen oben auf dem Foto tue ich Unrecht, das ist gar kein Bumster, das ist ein Verkäufer auf dem Albert Market in Banjul. Sorry alter Freund. Hab leider keine Bumster geknipst. Aber so in der Art kommen sie auf einen zu.

 

VISA-Verlängerung

Tipp: Entgegen aller anderslautenden Hinweise in den Reiseführern ist es NICHT nötig, für eine etwaige Verlängerung des Visas nach Banjul zum Immigration Office zu fahren, den Weg könnt Ihr Euch sparen. Das geht neuerdings auch an dieser Polizeistation, die haben dort eine eigene Abteilung dafür. Ich habe es so gemacht. Verlängerung bis zu einem Monat kostet 500 Dalasi. Es geht auch problemlos länger. Einfach den Pass vorlegen, in wenigen Minuten ist es erledigt. Die sind alle recht freundlich und lustig dort.

 

Elektrizität/Adapter: Die Stromspannung ist auf jeden Fall kompatibel, ein Problem können die Steckdosen sein. Ich hatte meinen Weltadapter dabei, der angeblich überall passt – hier passt er jedoch nicht. Man bekommt die Teile aber vor Ort meist im Hotel leihweise, oder auch im Xpress Supermarkt (Village). Bitte dran denken eine Mehrfachsteckdose mitzunehmen, am besten mit Verlängerungsschnur, denn wer mehr als nur ein Gerät gleichzeitig aufladen will, braucht so etwas.

 

SIM Cards fürs Mobil/Smartphone gibt’s überall für wenig Geld zu kaufen. Zudem ist das Telefonieren relativ billig, auch ins europäische Ausland. Bevorzugte Gesellschaft ist hier Africell. Der Internetzugang ist meist zügig, wird dieser im Hotel nicht angeboten, kann man über Smartphone oder einen Webstick mit dem Notebook online gehen. SIM Cards hierfür verkauft z.B. QCELL. Das Telefonnetz fällt gelegentlich aus und Texte kommen nicht immer an.

 

Selbstverständlich muss (!!!) jeder eine Auslandsreise Krankenversicherung abschließen, auch wenn es offiziell nicht Pflicht ist, am besten eine ohne finanzielle Begrenzung und mit Rückholung per Flugzeug, wenn es denn nötig ist. So eine Police kostet nur wenige € im Jahr und ist ein absolutes Muss!!!

 

Eine Pharmacie findet Ihr gleich an der großen Kreuzung Highway – Senegambia Strip.

 

Was mitnehmen? Ein weites Thema. Da jeder andere Vorstellungen und Präferenzen hat, hier ein paar allgemeine Ideen dazu. Ich würde eine kleine LED Taschenlampe mitnehmen, sie kann bei den ständigenStromausfällen (ca. 5 – 10 am Tag) und nachts auf der Straße gute Dienste leisten. Zwar haben die meisten Hotels und Apartmenthäuser einen eigenen Generator, doch der braucht u.U. doch etwas, um anzuspringen.

 

Kleidung: bitte nicht die neuesten Klamotten mitnehmen. Es ist nicht nur unnötig/überdimensioniert, vor allem wird beim Waschen von den Mädels gerne zusätzlich zum Waschmittel Bleichmittel verwendet, und das macht jedes Kleidungsstück früher oder später mehr oder weniger kaputt. Mal eben falsch dosiert oder schlecht verteilt gibt es weiße Flecken und Löcher (kein Scherz). Man muss nicht rumlaufen wie der letzte Penner, aber bitte nicht zu overstyled, Jungs… Abends selbstverständlich in langen Hosen (auch wegen der Mücken).

 

Ich würde zudem ein paar alte Handtücher mitnehmen, außerdem Küchentücher. Mag sich lächerlich anhören, ab er mir schien bisweilen, die Dinger werden von den Hotels als Wertsachen behandelt – absolute Mangelware und ein täglicher Kampf. Was ihr an alten Klamotten am Schluss entbehren könnt, schenkt dem Zimmermädchen oder sonst wem, das macht Sinn und sie freuen sich darüber.

 

Supermärkte finden sich mehrere kleine direkt am Strip, ein größerer, besser sortierter, aber auch teurerer im Village. Ein weiterer befindet sich hinter dem Village in Richtung der Kololi Road. Es gibt alles zu kaufen, was nötig ist, auch Importware.

 

Wäschereien scheinen weitgehend unbekannt zu sein, es ist üblich, dem Zimmermädchen die Klamotten in die Hand zu drücken, sie wäscht alles für Euch und bügelt natürlich auch. Das kostet sehr wenig. Eine Wäscherei habe ich im Village gesehen, aber die haben exorbitant hohe Preise, fast lächerlich.

Die Zimmermädchen bekommen fast nichts für ihre Arbeit und hoffen auf Trinkgeld. Bitte seid nicht zu knausrig, die Leute sind arm und arbeiten hart, haben dabei kaum ein Auskommen.

 

Gambia ist ein islamisches Land, es gibt aber durchaus auch Christen und Anhänger anderer Religionen. Man lebt friedlich zusammen, auch Eheschließungen außerhalb der eigenen Religion kommen des Öfteren vor. Insofern ist das Thema eher relaxt einzuschätzen. Trotzdem sind die üblichen Dinge zu beachten, also bitte eher vorsichtig und respektvoll verhalten – ist ja eigentlich selbstverständlich.

 

Fazit:
Angenehm überrascht hat mich die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Leute allgemein. Abzocke ist eher die Ausnahme als die Regel. Natürlich gibt es immer welche, die es versuchen. Die vielgeschmähten „Bumster“ sind in meinen Augen eigentlich harmlose und im Grunde bedauernswerte Kollegen, die auch nur versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen. Sie versuchen mehr oder weniger hartnäckig einem etwas aufzuschwatzen oder ihre Dienste anzubieten. Dagegen ist nun wirklich nichts einzuwenden, zumal sie deutlich weniger penetrant sind als anderenorts (Kenia!). Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Lässt sich relativ easy händeln alles.

Kriminalität ist nicht so weit verbreitet, wie ich mir das vorgestellt hatte. Habe mich auch nachts immer sicher gefühlt. An belebten Orten wie Märkten usw. ist mit Taschendieben zu rechnen. Die Polizei ist besonders am Strip bzw. in den Tourigebieten stark präsent und hat einen gezielten Blick auf alles. Aber auch damit lässt sich umgehen, wenn man es weiß. Es liegt einfach an der großen Armut und dem Bewusstsein der Leute, dass wir „reich“ sind.

Das Essen war für mich ebenfalls eine angenehme Überraschung, es gibt eigentlich alles, was das Herz begehrt. Ich selbst kann in Afrika nur mit Kenia vergleichen, dort ist es im Gegensatz zu Gambia katastrophal. Die gambische Küche hat einiges zu bieten, aber es gibt auch internationale Gerichte in vielen Ausführungen. Gesundheitliche Probleme sind hier ganz allgemein eher nicht zu erwarten. Zudem ist das Essen in den vielen Restaurants ziemlich preiswert, was auch auf die anderen Lebenshaltungskosten zutrifft.

Hotels und Apartments in guter Lage (zentral!) gibt es reichlich, es sollte hier ebenfalls für jeden Geldbeutel etwas dabei sein. Leider sind Zimmersafes, vor allem mit Zahlencode, die Ausnahme.

Die Naturstrände sind weitläufig und recht schön. Wenn auch der Sand durch die Ablagerungen der Mangroven, die der Gambia River ständig in den Atlantik spült, dunkel, an manchen Stellen fast schwarz ist. Ich habe das aber nicht als schmutzig empfunden. Je weiter man nach Süden (weg von Banjul und der Flussmündung) kommt, desto weißer wird der Sand. Das Wasser ist eher trüb (vergleichbar in etwa mit der Nordsee) und natürlich badewannenwarm.

Ich war im heißesten Monat unterwegs und mitten in der Regenzeit. Ja, es war tierisch heiß, jedoch war ich sehr überrascht, wie wenig es geregnet hat. An den meisten Tagen gar nicht, an einigen gab es Schauer, nur wenige Tage waren wirklich trüb und nass. Meist gab es Sonne satt. Vorsicht vor den Mücken, Gambia ist Malariagebiet. Es empfiehlt sich ein wirksamer Mückenschutz.

Das mal in wenigen Worten als Anhaltspunkt und grobe Zusammenfassung. Unterm Strich ist Gambia für mich durchaus eine positive Überraschung, ich werde sicher wieder mal dorthin reisen.

Wichtig! Gerade in Gambia ist es wichtig die Energieversorgung Eurer Tablets, Smartphones und Laptops sicherzustellen. In unserem Oneandahalfman-Shop findet Ihr eine grosse Auswahl an Reisezubehör, u.a. diesen Retro Style USB Rucksack. Der USB Anschluss aussen am Rucksack ermöglicht Smartphones etc. während ihr diese benutzt per Powerbank aufzuladen und weiterzubenutzen, sollte das Akku unterwegs schwächelt.

Anti Diebstahl USB Rucksack Oneandahalfman

Den Rucksack findet Ihr in unserem Shop: https://bit.ly/2Owj4F2

Hast du Fragen zu dem Blogartikel, schreib es unten in den Kommentaren! Oder möchtest den Blogartikel teilen? Das würde Patrick und mich sehr freuen 😉

 

 

 

Ich bin Jahrgang 1970 und lebe seit 2014 in China. Seit mittlerweile über 20 Jahren bin ich Unternehmer und u.a. Gründer von ONEANDAHAHFMAN. Ich bin entschlossen und zielstrebig dabei meinen ganz persönlichen Traum wahr werden lassen – ortsunabhängiges leben und arbeiten. Schon früh entdeckte ich die Faszination des Reisens. Viele Auslandsaufenthalte in verschiedenen Teilen der Welt haben mich mehr und mehr für das Thema ´Ausland und Auswandern` sensibilisiert. Eine Option Ausland ist inzwischen auch Teil meiner eigenen Lebensplanung geworden.
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Ich bin Jahrgang 1970 und lebe seit 2014 in China. Seit mittlerweile über 20 Jahren bin ich Unternehmer und u.a. Gründer von ONEANDAHAHFMAN. Ich bin entschlossen und zielstrebig dabei meinen ganz persönlichen Traum wahr werden lassen – ortsunabhängiges leben und arbeiten. Schon früh entdeckte ich die Faszination des Reisens. Viele Auslandsaufenthalte in verschiedenen Teilen der Welt haben mich mehr und mehr für das Thema ´Ausland und Auswandern` sensibilisiert. Eine Option Ausland ist inzwischen auch Teil meiner eigenen Lebensplanung geworden.
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