Ich habe im Laufe meiner mittlerweile über 32 Berufsjahre nahezu alle möglichen Büroformen kennengelernt. Angefangen von Grossraumbüros, 4 Personenbüros, Einzelbüros, Showrooms, Homeoffice und Coworking Spaces. In allen habe ich gearbeitet und ich werde in diesem Blogartikel die Pro und Contras der für uns digitale Nomaden wichtigsten Büroformen zusammenfassen.

Gerade in Asien sind Cafes mit free Wifi bei digitalen Nomaden sehr beliebt. Das ist für mich allerdings keine Büroform, aber gerade am Anfang, weil es nichts kostet, ausser einem Cafe, eine kostengünstge Alternative zu den anderen Möglichkeiten. Allerdings, und das ist der grosse Haken bei dieser Möglichkeit,  man kann sein Lieblingscafe auf Kho Samui nicht als Geschäftsadresse nutzen.

Immer mehr Unternehmer und Selbständige, arbeiten teilweise oder auch vollständig von zuhause aus. Ich gehöre zu jenen Unternehmern, die es lieben, in den eigenen vier Wänden auch den Arbeitsplatz zu haben. 2009 war das Jahr, indem ich mehr Anfragen per eMail als per Fax bekam. Es war wie abgehackt und der klassische Aussendienst, ja sogar Fachmessen, waren mit einem Schlag altes Eisen. Sogar meine Ausstellung war nicht mehr zwingend erforderlich und innerhalb kürzester Zeit war ich in der Lage ein reines Laptop-Business zu führen. Ich fühlte mich rundherum frei! Mein neues Setting erlaubt es mir, ein komplett mobiles und unabhängiges Leben zu führen – und eben nicht nur von zuhause aus zu arbeiten, sondern auch auf Reisen – free Wifi gibt es in China sogar bei jedem noch so kleinem Friseur.

Homeoffice

Nachteil oder Vorteil?

Der Vorteil dieser Lebensweise ist, dass Beruf und Privatleben nicht mehr klar voneinander trennbar sind – und das ist natürlich auch der größte Nachteil! Menschen, die es gewohnt sind, in klaren Strukturen von 40 Stunden-Wochen und Arbeitstagen von 8-17 Uhr zu denken, tun sich schwer mit der Vorstellung, auch am Wochenende etwas für die Arbeit zu tun. Genau aus dem Grund ist es im Dienst-Verhältnis oft schwierig, das gegenseitige Vertrauen zwischen Chef und Angestelltem aufzubauen. Der Arbeitgeber hat Angst, dass sein Untergebener weniger Zeit als angegeben bei der Arbeit verbringt und umgekehrt denkt der Heimarbeiter, dass er nun ständig zur Verfügung steht und daher viel mehr Arbeit leistet, als in einem Bürojob.

Als Unternehmer sind die Ängste nicht viel anders. Was leidet, wenn ich Familie und Beruf mische? Leidet mein Privatleben, weil ich mitten in der Nacht noch ein Projekt beende, oder kommt meine berufliche Weiterentwicklung zu kurz, weil ich ständig durch Haushalt und Sohn abgelenkt werde?

Es gilt also, die Vorteile zu genießen und gleichzeitig den Nachteilen beizukommen. In diesem Sinne möchte ich hier drei wesentliche Überlegungen anstellen, um dein Home Office Leben zu einem Erfolg zu machen:

Vor- und Nachteil Nummer 1: Alles ist unter einem Dach

Vorteil Nummer 1:

Ein ganz wesentlicher Vorteil ist der, dass man sich bei einer Home Office Lösung den täglichen Weg zum Arbeitsplatz spart. Ich für meinen Teil habe in meinem Leben schon genügend Zeit auf Autobahnen verbracht, um sicher nicht noch mehr davon zu wollen. Es ist herrlich, dass die „Anreise“ zu meinem Arbeitsplatz nur ein paar Schritte von meinem Wohnzimmer entfernt ist. Ich spare damit täglich eine gute Stunde meiner Zeit, wenn nicht sogar zwei. Denn oft genug musste ich eine Stunde pro Arbeitsweg zurücklegen.  Das mache ich definitiv lieber als das tägliche Pendeln.

Nachteil Nummer 1:

Der Nachteil ist natürlich der, dass ich jederzeit auch schnell noch mal an meinen Schreibtisch kann, um ein paar eMails zu schreiben oder meine letzte Idee zu ergänzen. Oder umgekehrt, dass ich kurz einmal vom Arbeitsplatz weggehe, um in der Küche zu kruschteln oder einen Einkauf zu machen.

Lösung zu Nummer 1:

Dieses Thema löse ich für mich so, dass ich nicht einfach schnell einmal von einem Modus in den anderen wechsle. Bevor ich mich an den Schreibtisch setzte, schalte ich davor alle Maschinen, wie Geschirrspüler und Waschmaschine (wenn nötig) ein, dann weiß ich, dass diese auch brav arbeiten, wenn ich es tue. Das macht ein gutes Gewissen! Und dann arbeite ich einige Stunden ohne Unterbrechung. Umgekehrt beginne ich in meiner freien Zeit nicht plötzlich mit irgendeiner Arbeit, nur weil sie mir gerade einfällt.

Natürlich ist das jetzt leichter gesagt als getan. Doch Übung macht den Meister – denn wenn du keine klaren Grenzen setzt, macht es sonst keiner für dich.

 

Vor- und Nachteil Nummer 2: Freie Zeiteinteilung

Vorteil Nummer 2:

Also, ich bin eher ein Frühaufsteher. Oft laufe ich erst gegen 8 Uhr zu meinen kreativen Bestleistungen hoch. Ich teile mir meine Zeit so ein, dass ich vormittags meine Routine Arbeiten erledige, Einkäufe mache gegen 13 Uhr (da sind auch am wenigsten Leute im Supermarkt). Meine Arbeit stellt sich eher Projekt-orientiert dar. Das heißt, ich werke manchmal zehn bis zwölf Stunden pro Tag vor mich hin, bis zum Beispiel wieder ein Blogartikel fertig gestellt ist, dafür kann ich mir anschließend auch bewusst ein oder zwei komplette Tage frei nehmen. Für mich ist diese Art des Arbeitens wesentlich effizienter.

Nachteil Nummer 2:

Schwierig wird diese große Freiheit natürlich für jene Menschen, die nicht so zielorientiert sind und sich leicht ablenken lassen. Denn ein Tag ist auch schnell rum, ohne dass man etwas erledigt hat.

Lösung zu Nummer 2:

Für mich ist eine klare Planung unumgänglich.

Meine monatlichen Ziele notiere ich in Evernote und freue mich, sie nach und nach als „erledigt“ abzuhaken.  Als nächstes wird die Woche geplant, das mache ich meist am Sonntag für die kommende Woche. Zuletzt plane ich noch die einzelnen Tage jeweils am Vorabend.

Vor- und Nachteil Nummer 3: Du gestaltest deinen Arbeitsplatz

Vorteil Nummer 3:

Ich denke mir, fast jeder kennt die Bürosessel, die quietschen, die eingestaubten Zimmerpflanzen oder nicht funktionierende Geräte gegen die nie jemand etwas unternimmt. In deinem eigenen Büro darfst du selbst bestimmen, wie es aussehen soll!

Nachteil Nummer 3:

Der Nachteil ist natürlich, dass du nicht nur bestimmen darfst, sondern auch zahlen! Nachdem die meisten Unternehmer nicht mit einem großen Budget starten, gilt es daher, genau zu überlegen, was du wirklich brauchst.

Lösung Nummer 3:

Das genaue Equipment hängt natürlich immer auch von deinen spezifischen Arbeitsumständen ab. Hier ein paar Tipps von mir:

Ich bevorzuge zuhause einen Desktop-PC. Man kann sich diesen viel individueller zusammenstellen und bei Problemen auch einzelne Teile austauschen. Ich hatte eine ganze Zeit in China nur einen Laptop.

 

Coworking

Viele haben sicher bedenken, dass sie sich zu Hause nicht voll auf ihre Arbeit konzentrieren können. Da bleibt noch die Möglichkeit ein Büro zu mieten. Das kostet je nach Ort und Lage gleich mal richtig Geld. 2005 kam Brad Neuberg auf die Idee, dass sich Selbständige die Bürokosten und die Kosten für die Büroinfrastruktur teilen könnten. Das System Coworking Space wurde so erfunden. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland in nahezu allen Städten Coworking Space Anbieter. Man kann in der Regel monatlich Arbeitsplätze mieten oder alternativ für eine bestimmte Anzahl von Tagen pro Monat Arbeitsplätze mieten, dann hat man normalerweise aber keinen festen Arbeitsplatz und kann seine Unterlagen nicht vor Ort lassen. Man bekommt dann an dem Tag an dem man in den Coworking Space kommt, einen freien Arbeitsplatz zugewiesen.

Je nach Anbieter sind die Räumlichkeiten mal edler, mal schlichter eingerichtet. In der Regel gibt es Einzelbüros, Grossraumbüros, Besprechungsräume, natürlich eine gute Internetverbindung, Terrassen, Balkone oder andere Erholungszonen und, eine gemeinsame Büroküche.

Vorteile der Coworking Spaces

  • Anders als bei einem gemieteten Büro, trägst Du nicht alleine die Kosten für Miete, Nebenkosten etc.
  • Die Büroathmosphäre wird Dich dazu motivieren effektiver zu arbeiten, als im Homeoffice. Du kannst genau zwischen Arbeit und Erholung zu Hause trennen.
  • Keiner kann mehr sagen “Du arbeitest ja gar nicht!”. Immerhin gehst Du in ein Büro, womöglich sogar in einem Anzug.
  • Das Du zusätzlich zu Deiner Wohnungsmiete, eine weitere Miete für Dein Coworking Space zahlst, motiviert Dich effektiv und schnell zu arbeiten. Stichwort: “Time is money”
  • Wenn Du müde bist, kannst Du Dich mit anderen ähnlich gesinnten im Pausenbereich austauschen. Mit etwas Glück findest Du zukünftige Geschäftspartner

 

Nachteile der Coworking Spaces

  • Coworking Spaces sind nicht günstig. Die meisten starten etwa bei Kosten in Höhe von 300,- € pro Monat. Je nach Stadt, Ausstattung und Lage kann es noch deutlich teurer werden.
  • Du musst wieder Geld und Zeit investieren um dort hin zu gelangen. Stichwort: “Rushhour”
  • Du wirst möglicherweise nicht mit den anderen Mietern klar kommen, oder diese nicht mit Dir. 

Wie Du siehst, gibt es sowohl für das Homeoffice als auch für Coworking Spaces gute Gründe, aber auch Nachteile. Du musst es selber ausprobieren, was besser zu Deiner persönlichen Arbeitsweise passt.

 

 

 

Ich bin Jahrgang 1970 und lebe seit 2014 in China. Seit mittlerweile über 20 Jahren bin ich Unternehmer und u.a. Gründer von ONEANDAHAHFMAN. Ich bin entschlossen und zielstrebig dabei meinen ganz persönlichen Traum wahr werden lassen – ortsunabhängiges leben und arbeiten. Schon früh entdeckte ich die Faszination des Reisens. Viele Auslandsaufenthalte in verschiedenen Teilen der Welt haben mich mehr und mehr für das Thema ´Ausland und Auswandern` sensibilisiert. Eine Option Ausland ist inzwischen auch Teil meiner eigenen Lebensplanung geworden.
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Ich bin Jahrgang 1970 und lebe seit 2014 in China. Seit mittlerweile über 20 Jahren bin ich Unternehmer und u.a. Gründer von ONEANDAHAHFMAN. Ich bin entschlossen und zielstrebig dabei meinen ganz persönlichen Traum wahr werden lassen – ortsunabhängiges leben und arbeiten. Schon früh entdeckte ich die Faszination des Reisens. Viele Auslandsaufenthalte in verschiedenen Teilen der Welt haben mich mehr und mehr für das Thema ´Ausland und Auswandern` sensibilisiert. Eine Option Ausland ist inzwischen auch Teil meiner eigenen Lebensplanung geworden.
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