Wie wärs mal mit Urlaub im Grosstadtdschungel?

Eine hohe Strassenkriminalität bedeutet: keine Japaner. Kein Nichtraucherschutz bedeutet: wenige Amerikaner. Kein Strand bedeutet: kaum Deutsche und Engländer. Aber das ist noch nicht alles…
Keine Marken Geschäftspassagen bedeutet: Abwesenheit von Italienern. Keine Küche ausser der mexikanischen bedeutet: ohne Franzosen. Keine Wucherpreise bedeutet: uninteressant für Russen. Keine Moscheen bedeutet: keine Schleier. Keiner macht sauber bedeutet: Es gibt keine Schweizer. Und so geht es weiter, oder könnte es weitergehen, bis keine Nationatlität mehr übrig bleibt, außer der, die hier wohnt, und den Anreinern.

Hier haben wir das Glück einen Ort gefunden zu haben, der vom Tourismus wie von der Globalisierung gemieden wird und trotzdem alles hat was das Herz eines Grossstadtboliden begehrt. Urban, aber unberührt. Besser geht es nicht für mich! Oder hat es andere Gründe, dass ich mich fühle wie Olga von der Wolga im goldenen Whirlpool?
Willkommen in Mexico City!

Die Stadt wirkt wie ein unvollendetes Werk, weil jeden Tag daran gearbteitet wird, seit bestimmt 200 Jahren, würde ich schätzen. Es können aber auch 300 oder 400 Jahre sein, das liesse sich recherchieren. Die Leute, die diese Häuser gebaut haben, waren die ersten und bildeten die Grundlage für ein Werk an dem Generationen von Lebenskünstlern und auch Generationen von Tieren weitergemalt haben. Nun könnte man der Meinung sein, daß ein Hund, der an die Wand pinkelt, kein grosser Künstler ist. Das stimmt. Aber nur bedingt. Fokussiert man seinen Blick auf die Verfärbungen, die Hundeurin, Katzenurin, Mäuseurin und auch Menschenurin an Stein und Holz
hinterlassen, ist das natürlich Dreck. In der Gesamtkomposition eines kolonialen Strassenbildes schafft es Tönungen, Akzente, Mischfarben, die anders nicht hinzukriegen sind. Jeder Meter der Strassen, jede Tür und jedes Fenster erzählt Geschichten vom Leben und Sterben in dieser Stadt. Und nicht zu vergessen. Die Sonne, der Regen
und der Wind malten auch mit. Sowie der grosse Meister Zeit. Das habe ich von den Chinesen gelernt. Es gibt keine Vergänglichkeit. Die Dinge wandeln sich nur gelegentlich. Kurz, man betrachtet ein extrem lebendiges Strassenbild, obwohl noch kein Mensch zu sehen ist. Und füge dem Bild etwas hinzu. Mich!

Wenn ich die Hochhäuser in Nanjing und Shanghai blicke, lockt mich nichts hinter ihre verspiegelten Fassaden. Hin und wieder tut es gut die Hemisphäre zu wechseln.

Ein perfekter doppelter Jetlag, immerhin fliegen wir nicht nur Uhrzeit sondern auch Datum mässig zurück. Wie fühlt es sich an doppelt aus der Zeit zu geraten. Doppelt müde und doppelt kaputt? Man fliegt Samstags um 15.55 Uhr in Asien los und landet um 17.20 Uhr in Mexiko. Die restlichen Stunden hat der Pazifik geschluckt und man
hat einen Tag gewonnen. Doppelter Jetlag und Kaffeedurst sind ein perfektes Team.

Ihr hört Stimmen, rufe und lachen. Musik und Hupen. Die Strassen sind lebendig geworden und hat an Farbe gewonnen. Jeder trägt etwas buntes, jeder etwas anderes und das was sie verkaufen ist ebenfalls farbenfroh. Das ist kein Strassenbild sondern ein schwer bewegter Flickenteppich in Indianerfarben. Verglichen mit den Ameisenstädten Asiens kommt mir das hier vor wie eine Maikäfermetropole. Hier wir Spazierengehen schnell zum Spazierenstehen und wenn man nicht aufpasst zum Spazierensitzen.

An einem Fruchtsaftstand wird hier auch Kaffee angeboten. Das Mädchen das ihn kocht, bräuchte nur einen Finger reinzudippen, und der Kaffee wäre süss ohne dick zu machen. Zum Stand gehört ein Ghettoblaster der die Umgebung mit Latinorock beschallt.

Die Spanier haben sich gewiss nicht beliebt gemacht auf diesem Kontinent, aber ihre Häuser sind Klasse, und auf mexikanisch sieht das aus wie in JEDEM Western, den ich kenne. Präziser ,wie in jedem, in dem ein sympathischer US-Verbrecher über die Grenze nach Mexiko flieht, um in Häusern wie diesen auf die Maria seines Lebens zu
treffen, umgeben von Blumen, Papageien und Banditen. Diese Stadt hat Atmosphäre, Spirit oder einen Geist der Stadt. Sind es die Indioseelen? Sechzig Prozent der Bevölkerung Mexikos sind Mestizen, halb Indios, halb Spanier. Von wem haben sie die Lässigkeit? Von wem haben sie die Musik, die Wärem und den unambitionierten
Lebensstil, der wie Faulheit aussieht, der aber eigentlich Weisheit ist. Von wem haben sie die gute Laune? Die Antwort weiss ich nicht. Beide Völker waren in der Vergangenheit grausam. Die Spanier töteten oder versklavten jeden der kein Spanier war. Die Azteken schnitten Menschen bei lebendigem Leib das Herz aus dem Körper und
nannten das Gottesdienst.

Ich weiss nicht, was Mexiko City von wem hat. Ich weiss nur das ich die Strassen hier mag in dieser 18 Millionen Stadt.

Mein Piraten Gen wird munter in dieser Stadt, und das ist doch schon mal was.

 

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Ich bin Jahrgang 1970 und lebe seit 2014 in China. Seit mittlerweile über 20 Jahren bin ich Unternehmer und u.a. Gründer von ONEANDAHAHFMAN. Ich bin entschlossen und zielstrebig dabei meinen ganz persönlichen Traum wahr werden lassen – ortsunabhängiges leben und arbeiten. Schon früh entdeckte ich die Faszination des Reisens. Viele Auslandsaufenthalte in verschiedenen Teilen der Welt haben mich mehr und mehr für das Thema ´Ausland und Auswandern` sensibilisiert. Eine Option Ausland ist inzwischen auch Teil meiner eigenen Lebensplanung geworden.
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Ich bin Jahrgang 1970 und lebe seit 2014 in China. Seit mittlerweile über 20 Jahren bin ich Unternehmer und u.a. Gründer von ONEANDAHAHFMAN. Ich bin entschlossen und zielstrebig dabei meinen ganz persönlichen Traum wahr werden lassen – ortsunabhängiges leben und arbeiten. Schon früh entdeckte ich die Faszination des Reisens. Viele Auslandsaufenthalte in verschiedenen Teilen der Welt haben mich mehr und mehr für das Thema ´Ausland und Auswandern` sensibilisiert. Eine Option Ausland ist inzwischen auch Teil meiner eigenen Lebensplanung geworden.
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